Wichtige Informationen zur mehrstufigen E-Mail-Migration zu Office 365

Im Rahmen einer Office 365-Bereitstellung können Sie die Inhalte von Benutzerpostfächern aus einem Quell-E-Mail-System nach Office 365 migrieren. Wenn Sie diesen Vorgang nach und nach ausführen, wird von "mehrstufiger Migration" gesprochen. Eine mehrstufige Migration wird in folgenden Fällen empfohlen:

  • Ihr Quell-E-Mail-System ist Microsoft Exchange Server 2003 oder Microsoft Exchange Server 2007.

    Hinweis : Sie können mithilfe einer mehrstufigen Migration keine Exchange 2013- oder Exchange Server 2010-Postfächer nach Office 365 migrieren. Erwägen Sie stattdessen eine Übernahmemigration oder eine hybride E-Mail-Migration.

  • Sie haben mehr als 2.000 Postfächer.

Wenn eine mehrstufige Migration für Sie nicht funktioniert, lesen Sie Möglichkeiten zum Migrieren von E-Mail nach Office 365, um Informationen zu weiteren Optionen zu erhalten.

Zu berücksichtigende Faktoren

Es gibt einige Punkte, die Sie beachten müssen:

  • Sie müssen Konten zwischen Ihrer lokalen Active Directory-Domäne und Office 365 mithilfe von Azure Active Directory-Synchronisierung synchronisieren, damit eine mehrstufige Migration funktioniert.

  • Der primäre Domänenname, der für Ihre lokale Exchange-Organisation verwendet wird, muss für eine Domäne stehen, die für Ihre Office 365-Organisation überprüft wurde.

  • Sie können nur Benutzerpostfächer und Ressourcenpostfächer migrieren. Andere Empfängertypen, beispielsweise Verteilergruppen, Kontakte und E-Mail-aktivierte Benutzer, werden durch die Verzeichnissynchronisierung nach Office 365 migriert.

  • Abwesenheitsnachrichten werden nicht zusammen mit Benutzerpostfächern migriert. Wenn ein Benutzer das Feature "Abwesenheit" vor der Migration aktiviert, bleibt es im migrierten Postfach aktiviert, doch die Abwesenheitsnachricht ist leer. Personen, die Nachrichten an das Postfach senden, erhalten keine Abwesenheitsbenachrichtigung. Wenn Abwesenheitsbenachrichtigungen gesendet werden sollen, muss der Benutzer die Abwesenheitsnachricht nach der Migration des Postfachs erneut erstellen.

  • Wenn Sie die Verbindungen mit Ihrem Quell-E-Mail-System beschränkt haben, ist es ratsam, sie zu erhöhen, um die Migrationsleistung zu verbessern. Zu den üblichen Verbindungsbeschränkungen gehören Gesamtanzahl der Client/Server-Verbindungen, Verbindungen pro Benutzer und IP-Adressenverbindungen auf dem Server oder in der Firewall. Wenn Sie diese Verbindungen nicht beschränkt haben, können Sie diese Aufgabe überspringen.

Auswirkungen einer Migration auf Benutzer

  • Administratoren können auf E-Mail zugreifen        Damit Sie E-Mail migrieren können, benötigen Sie Zugriff auf die Benutzerpostfächer in Ihrem Quell-E-Mail-System.

  • Benutzer müssen neue Outlook-Profile erstellen        Nachdem die Postfächer migriert und die lokalen Konten in E-Mail-aktivierte Konten konvertiert wurden, müssen die Benutzer in Outlook ein neues Office 365-Profil erstellen. Dann stellt Outlook eine Verbindung mit Office 365 automatisch her.

Wie funktioniert eine mehrstufige Migration?

Die wichtigsten Schritte, die Sie für eine mehrstufige Migration ausführen, und die Ergebnisse für die Benutzer werden in der nachstehenden Abbildung gezeigt.

Prozess zur Durchführung einer mehrstufigen E-Mail-Migration von Exchange zu Office 365

Hier ist eine Beschreibung der mehrstufigen Migration aus der vorstehenden Abbildung.

  1. Der Administrator synchronisiert die Liste der Benutzer zwischen deren lokaler Umgebung und Office 365.

    Siehe die schrittweisen Anleitungen in Vorbereiten auf eine mehrstufige Migration.

  2. Der Administrator erstellt eine CSV-Datei (Comma-Separated Values, durch Trennzeichen getrennte Werte), die jeweils eine Zeile für jeden Benutzer enthält, dessen lokales Postfach im Migrationsbatch migriert wird.

    Siehe die schrittweisen Anleitungen in Erstellen einer Liste der zu migrierenden Postfächer.

  3. Der Administrator erstellt mithilfe des Migrationsdashboards im Exchange Admin Center eine mehrstufige Migration und führt sie durch.

    Siehe die schrittweisen Anleitungen in Herstellen einer Verbindung zwischen Office 365 und Ihrem E-Mail-System, Migrieren der Postfächer und Starten des mehrstufigen Migrationsbatches.

    Nachdem der Administrator den Migrationsbatch gestartet hat, führt Exchange Online folgende Aktionen aus:

    • Überprüft, ob die Verzeichnissynchronisierung aktiviert ist.

    • Überprüft, ob für jeden in der CSV-Datei aufgelisteten Benutzer ein E-Mail-aktivierter Benutzer in der Office 365-Organisation vorhanden ist. In Office 365 werden E-Mail-aktivierte Benutzer als Ergebnis der Verzeichnissynchronisierung erstellt.

    • Konvertiert den E-Mail-aktivierten Office 365-Benutzer in ein Exchange Online-Postfach für jeden Benutzer im Migrationsbatch.

    • Beginnt die Erstsynchronisierung. Exchange Online verarbeitet bis zu n Migrationsanforderungen gleichzeitig. n steht für die maximale Anzahl gleichzeitiger Migrationen, die der Administrator beim Erstellen des Migrationsendpunkts für den Migrationsbatch angegeben hat. Die Erstsynchronisierung wird standardmäßig bei 20 Postfächern gleichzeitig so lange durchgeführt, bis alle Postfächer im Migrationsbatch migriert wurden.

    • Konfiguriert die E-Mail-Weiterleitung. Die Eigenschaft TargetAddress im lokalen Postfach wird mit der E-Mail-Adresse des Exchange Online-Postfachs konfiguriert. Dieser Prozess bedeutet, dass E-Mails, die an das lokale Postfach gesendet wurden, an das entsprechende Exchange Online-Postfach weitergeleitet werden.

  4. Nachdem Exchange Online das Exchange Online-Postfach erstellt und die E-Mail-Weiterleitung für jeden Benutzer in der CSV-Datei konfiguriert hat, sendet es eine E-Mail-Nachricht mit dem aktuellen Status an den Administrator. In dieser Statusmeldung wird die Anzahl der erfolgreich migrierten Postfächer und die Anzahl der Postfächer aufgelistet, die nicht migriert werden konnten. Außerdem enthält die Meldung Links zu Migrationsstatistiken und Fehlerberichte mit detaillierteren Informationen. An diesem Punkt können die Benutzer mit der Verwendung ihrer Exchange Online-Postfächer beginnen.

  5. Im Rahmen der Erstsynchronisierung migriert Exchange Online dann alle E-Mail-Nachrichten, Kontakte und Kalenderelemente aus den lokalen Postfächern in die Exchange Online-Postfächer. Nach Beendigung der Datenmigration sendet Exchange Online einen abschließenden Migrationsbericht.

  6. Nachdem ein Migrationsbatch abgeschlossen wurde und der Administrator überprüft hat, dass alle Postfächer im Batch erfolgreich migriert wurden, kann er die lokalen Postfächer in E-Mail-aktivierte Benutzer konvertieren.

    Siehe die schrittweisen Anleitungen in Konvertieren lokaler Postfächer in E-Mail-aktivierte Benutzer.

  7. Wenn ein Benutzer sein Postfach mit Outlook öffnet, versucht der AutoErmittlungsdienst, eine Verbindung mit dem lokalen Postfach herzustellen. Nachdem Sie lokale Postfächer in E-Mail-aktivierte Benutzer konvertiert haben, verwendet der AutoErmittlungsdienst den E-Mail-aktivierten Benutzer, um eine Verbindung zwischen Outlook und dem Exchange Online-Postfach herzustellen, nachdem der Benutzer ein neues Outlook-Profil erstellt hat.

  8. Der Administrator erstellt zusätzliche Migrationsbatches und übermittelt eine CSV-Datei für jeden Batch.

  9. Der Administrator führt zusätzliche Migrationsbatches aus.

  10. Der Administrator löst eventuelle Probleme. Nachdem alle lokalen Postfächer in einem Migrationsbatch erfolgreich migriert wurden, löscht der Administrator den Batch.

    Siehe die schrittweisen Anleitungen in Löschen des mehrstufigen Migrationsbatches.

  11. Die Benutzer können ihre Exchange Online-Postfächer verwenden.

  12. Um den Übergang zu Exchange Online und Office 365 abzuschließen, führt der Administrator die erforderlichen Aufgaben nach der Konfiguration aus, wie beispielsweise:

    • Er weist Office 365-Benutzern Lizenzen zu.

    • Er konfiguriert den MX-Eintrag so, dass er auf Ihre Office 365-Organisation verweist, damit E-Mails direkt an Exchange Online-Postfächer übermittelt werden.

    • Er erstellt für Ihre Office 365-Organisation einen DNS-Eintrag für AutoErmittlung.

    Siehe die schrittweisen Anleitungen in Direktes Weiterleiten von E-Mails an Office 365 und Ausführen der nach der Migration erforderlichen Aufgaben.

    Der Administrator kann die lokalen Exchange Server außer Betrieb nehmen (optional).

    Hinweis : Wenn Sie eine SSO-Lösung (Single Sign-on, einmaliges Anmelden) implementieren, wird dringend empfohlen, dass Sie mindestens einen Exchange Server beibehalten. Auf diese Weise können Sie auf den Exchange-System-Manager (Exchange 2003) oder die Exchange-Verwaltungskonsole/Exchange-Verwaltungsshell (Exchange 2007) zugreifen, um E-Mail-bezogene Attribute für die lokalen E-Mail-aktivierten Benutzer zu verwalten. Bei Exchange 2007 sollten auf dem Exchange Server, den Sie beibehalten, die Serverrollen "Hubtransport", "Clientzugriff" und "Postfach" installiert sein.

Bereit zum Starten?

Wenn Sie mit dem Einrichten einer Migration nach Office 365 vertraut sind, müssen die folgenden Aufgaben ausgeführt werden:

  • Synchronisieren und Erstellen Ihrer lokalen Benutzer in Office 365 mithilfe des Microsoft Azure Active Directory-Synchronisierungstools oder der Microsoft Azure Active Directory-Synchronisierungsdienste (AAD Sync)

  • Konfigurieren von Exchange Server mithilfe des Exchange Admin Centers

  • Ändern des MX-Eintrags Ihrer Organisation, damit nach Abschluss der Migration auf Office 365 verwiesen wird. Der MX-Eintrag gibt an, wie andere E-Mail-Systeme den Speicherort Ihres E-Mail-Systems finden können. Durch das Ändern Ihres MX-Eintrags können andere E-Mail-Systeme damit beginnen, E-Mails direkt an die neuen Postfächer in Office 365 zu senden.

Für den erfolgreichen Abschluss einer mehrstufigen E-Mail-Migration empfiehlt es sich, dass Sie mit den folgenden Aufgaben vertraut sind:

  • Sie konfigurieren oder überprüfen, dass die Verzeichnissynchronisierung funktioniert.

  • Sie konfigurieren Outlook Anywhere oder überprüfen, dass es funktioniert.

  • Sie erstellen eine oder mehrere Listen von Postfächern zum Migrieren in Excel.

  • Sie verwenden die schrittweisen Assistenten in Office 365 zum Konfigurieren und Starten des Migrationsprozesses.

  • Sie fügen die DNS-Einträge Ihrer Organisation hinzu oder ändern sie, beispielsweise die AutoErmittlung- und MX-Einträge.

  • Sie aktivieren lokale Postfächer für E-Mails.

Wenn Sie mit einer mehrstufigen E-Mail-Migration beginnen möchten, können Sie die Schritte ausführen, die in Durchführen einer mehrstufigen Migration von E-Mails zu Office 365 angegeben sind.

Siehe auch

Möglichkeiten zum Migrieren von E-Mail zu Office 365

Verwenden von PowerShell zum Durchführen einer mehrstufigen Migration nach Office 365

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