NAT-Unterstützung für Office 365

Zusammenfassung   : Hier erhalten Sie ausführliche Informationen dazu, wie Sie die richtige Anzahl Clients einschätzen, die Sie pro IP-Adresse mit der Netzwerkadressübersetzung (Network Address Translation, NAT) in Ihrem Unternehmen verwenden können.

Zuvor wurde als maximale Anzahl von Exchange-Clients, die pro IP-Adresse für die Verbindung mit Office 365 verwendet werden sollten, etwa 2.000 Clients pro Netzwerkport empfohlen.

Gründe für die Verwendung von NAT

Mit NAT können sich Tausende Benutzer in einem Unternehmensnetzwerk wenige öffentlich routingfähige IP-Adressen teilen.

Die meisten Unternehmensnetzwerke verwenden einen privaten (RFC1918) IP-Adressraum. Private Adressräume werden durch die IANA (Internet Assigned Numbers Authority) zugewiesen und sind ausschließlich für Netzwerke bestimmt, die nicht direkt vom und zum Internet routen.

Um den Internetzugriff für Geräte in einem privaten IP-Adressraum zu ermöglichen, verwenden Unternehmen Gatewaytechnologien wie Firewalls und Proxys, die Netzwerkadressenübersetzung (Network Address Translation, NAT) oder Portadressenübersetzung (Port Address Translation, PAT) verwenden. Mit diesen Gateways wird bewirkt, dass der Datenverkehr von internen Geräten zum Internet (einschließlich Office 365) von einer oder mehreren öffentlich routingfähigen IP-Adressen auszugehen scheint. Jede von einem internen Gerät ausgehende Verbindung wird in der öffentlichen IP-Adresse als unterschiedlicher TCP-Quellport interpretiert.

Warum müssen so viele Verbindungen mit Office 365 gleichzeitig geöffnet sein?

Outlook kann acht oder mehr Verbindungen öffnen (in Situationen, in denen Add-Ins, freigegebene Kalender, Postfächer etc. vorhanden sind). Da auf einem Windows-basierten NAT-Gerät höchstens 64.000 Ports verfügbar sind, beträgt die Höchstzahl 8.000 Benutzer pro IP-Adresse, bevor die Ports ausgelastet sind. Beachten Sie, dass die Gesamtzahl der verfügbaren Ports bei Kunden, die keine Geräte mit Windows-Betriebssystem für NAT verwenden, abhängig vom verwendeten NAT-Gerät oder der verwendeten NAT-Software ist. In einem solchen Szenario liegt die Höchstzahl der Ports ggf. unter 64.000. Die Verfügbarkeit der Ports ist außerdem abhängig von weiteren Faktoren: So beansprucht Windows 4.000 Ports für sich, wodurch die Anzahl der verfügbaren Ports auf 60.000 reduziert wird. Zudem besteht die Möglichkeit, dass weitere Anwendungen, z. B. Internet Explorer, die zur gleichen Zeit eine Verbindung aufbauen, ebenfalls Ports in Anspruch nehmen.

Berechnung der Höchstzahl an unterstützten Geräten für eine einzelne öffentliche IP-Adresse mit Office 365

Zur Ermittlung der Höchstzahl an Geräten für eine einzelne öffentliche IP-Adresse empfiehlt sich eine Überwachung des Netzwerkverkehrs. So können die Spitzenlasten bei der Portnutzung pro Client festgestellt werden. Zudem sollte für die Portnutzung ein Spitzenlastfaktor (Mindestzahl: 4) festgelegt werden. Zur Berechnung der Anzahl unterstützter Geräte pro IP-Adresse kann folgende Formel verwendet werden:

Höchstzahl an unterstützten Geräten für eine einzelne öffentliche IP-Adresse = (64.000 - begrenzte Ports)/(Spitzenlast Portnutzung + Spitzenlastfaktor)

Beispiel: Es werden 4.000 Ports von Windows beansprucht; 6 Ports werden pro Gerät benötigt; der Spitzenlastfaktor beträgt 4:

Höchstzahl an unterstützten Geräten für eine einzelne öffentliche IP-Adresse = (64.000 - 4.000)/(6 + 4) = 6.000

Mit der Veröffentlichung des Office 365-Hostingpakets, das in den Updates von September 2011 für Microsoft Office Outlook 2007 bzw. November 2011 für Microsoft Outlook 2010 oder in einem späteren Update enthalten ist, liegt die Anzahl der Verbindungen von Outlook (sowohl Office Outlook 2007 mit Service Pack 2 als auch Outlook 2010) zu Exchange bei mindestens 2.

Wenn Sie mehr als 2.000 Geräte für eine einzelne öffentliche IP-Adresse verwenden möchten, führen Sie die folgenden Schritte durch, um die Höchstzahl der unterstützten Geräte zu ermitteln:

Überwachen Sie den Netzwerkverkehr, um die Spitzenlasten bei der Portnutzung pro Client zu ermitteln. Diese Daten sollten wie folgt erhoben werden:

  • Von mehreren Standorten

  • Von mehreren Geräten

  • Zu mehreren Zeitpunkten

Verwenden Sie die oben angegebene Formel, um die Höchstzahl der unterstützten Benutzer pro IP-Adresse in der jeweiligen Umgebung zu berechnen.

Zur Verteilung der Clientlast auf weitere öffentliche IP-Adressen stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Die verfügbaren Strategien hängen von den Kapazitäten der Gatewaylösung im Unternehmen ab. Den Benutzeradressraum zu segmentieren und eine Anzahl von Adressen statisch einem bestimmten Gateway "zuzuordnen", ist die einfachste Lösung. Eine andere Möglichkeit, die zahlreiche Gatewaygeräte bieten, ist die Verwendung eines IP-Adresspools. Der Vorteil des Adresspools besteht darin, dass er dynamischer ist und wahrscheinlich weniger Anpassung erfordert, wenn die Benutzerbasis wächst.

Siehe auch

Verwalten von Office 365-Endpunkten

Behandeln von Konnektivitätsproblemen bei Office 365

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