Erstellen eines EPM-Bereitstellungsplans: Whitepaper

Dieses Whitepaper ist Teil unserer Sammlung "Aus der Praxis". In diesem Artikel wird beschrieben, wie ein EPM-Bereitstellungsplan (Enterprise Project Management, Verwaltung von Enterprise-Projekten) erstellt wird. Er befasst mit den Phasen und den wichtigsten Punkten eines EPM-Bereitstellungsplans und gibt basierend auf einer mittelgroßen Organisation mit mehreren hundert EPM-Systemnutzern Schätzungen zu den jeweils benötigten Zeiten an. Darüber hinaus werden Faktoren genannt, die Auswirkungen auf die geschätzte Zeitdauer jeder Phase haben können.

Eine Word-Version dieses Whitepapers können Sie unter Erstellen eines EPM-Bereitstellungsplans herunterladen.

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Erstellen eines EPM-Bereitstellungsplans

"Können Sie uns dabei helfen, das EPM-System zu installieren und es in wenigen Tagen einsatzbereit zu machen?" Dies ist eine der häufigsten Fragen, die Firmen gestellt wird, die sich mit EPM-Bereitstellungen befassen. Und unabhängig von der Größe der Organisation lautet die kurze Antwort leider "Nein". Die Herausforderung liegt nicht in der Technologie; es sind die zahlreichen Fragen betreffend die Richtlinien, die Prozesse, die Verfahren und die Praxis, die potenziell für weit reichende Änderungen in einem Unternehmen sorgen können.

Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, was ein EPM-Bereitstellungsplan beinhalten muss und wie Sie einen eigenen Plan erstellen können. Ich habe die wichtigsten Punkte identifiziert und gebe sogar die geschätzten Zeiten für die Dauer der einzelnen Phasen in einer mittelgroßen Organisation mit mehreren hundert EPM-Systemnutzern an. Bevor Sie jedoch die einzelnen Schätzwerte als zu kurz oder zu lang zurückweisen, denken Sie darüber nach, was Sie in Ihrer speziellen Organisation alles tun müssen, um diese Phase abzuschließen. Bei den Zeiten handelt es sich nicht um den geschätzten Arbeitsaufwand, sondern um kalendarische Schätzungen, also denken Sie daran, wie lange es möglicherweise dauert, die Personen zusammenzubringen, die Sie für die jeweilige Art der Arbeit benötigen.

1. Aufstellen des Bereitstellungsteams für das EPM-System

Ohne ein Projektteam wird unser Projekt nicht allzu weit kommen. Es müssen zahlreiche Personen zusammengebracht werden, um dieses Projekt aus der Ideenphase zur Produktionsreife zu führen. Wenn Sie bereits über eine Grobplanung verfügen, müssen Sie darüber nachdenken, welche Personen das Projekt über mehrere Jahre begleiten werden.

Die wichtigsten Schritte in dieser ersten Phase sind:

Identifizieren der wichtigsten Projektbeteiligten

Es gibt häufig schon einen wichtigen Projektbeteiligten, bevor das Projekt überhaupt begonnen hat. Normalerweise stammt diese Person aus dem Management und ist sich schmerzlich bewusst, dass ein solches System nicht verfügbar ist. Das ist schon mal ein guter Anfang, aber bei weitem nicht genug, um ein solches Projekt zu verwirklichen. Die Benennung des Besitzers des Systems im Unternehmen ist von ausschlaggebender Bedeutung für eine erfolgreiche EPM-Bereitstellung und muss beinahe sofort erfolgen. Der Besitzer ist die Person, die die Vorteile des fertigen Systems nutzt und dessen Wert sieht, indem sie Revue passieren lässt, was benötigt wird, um das Projekt abzuschließen. Es kann auch einen oder mehrere Sponsoren aus der Führungsriege geben. Bei den Sponsoren aus der Führungsriege kann es sich um Manager handeln, für die die endgültigen Ergebnisse von Nutzen sind, es kann sich aber auch um Personen handeln, die bis zur Fertigstellung am Projekt mitarbeiten und dann mit geringem Aufwand in den Produktionsbetrieb der EPM-Umgebung einsteigen können. Ohne einen Sponsor aus der Führungsriege geht es nicht, und es geht auch nicht ohne einen Projektbesitzer.

Ermitteln interner Ressourcen mit Fachwissen

Nachdem der Projektbesitzer und möglicherweise die Sponsoren aus der Führungsetage bestimmt wurden, sollte das Projektteam ermitteln, welches interne Fachwissen erforderlich und verfügbar ist, um das Projekt voranzubringen. Oftmals fehlen die Erfahrungen mit einer speziellen Technologie wie mit der aktuellen Version von EPM-Software, aber das ist nicht die einzige Art von Fachwissen, die benötigt wird. Interne Kenntnisse der Prozesse, Praktiken, Verfahren, der Rollen und Zuständigkeiten sowie der möglichen Speicherorte von Daten sind von wesentlicher Bedeutung, um den Prozess voranzutreiben.

Engagieren von externen Fachleuten (falls erforderlich)

Es ist häufig festzustellen, dass es im Projektteam Wissenslücken oder Qualifikationsdefizite gibt, die den Wechsel vom Nicht-Enterprise Project Management zum Enterprise Project Management erschweren. Wenn dies der Fall ist, muss unbedingt jemand mit Know-how gefunden werden. Ganz gleich, auf welchem Niveau internen Ressourcen fehlen, es müssen Experten von außen engagiert werden. Diese Personen können im Rahmen eines Berater- oder Auslagerungsvertrags engagiert werden, oder sie können langfristig eingestellt werden, um die Umgebung zu unterstützen, an deren Entwicklung sie beteiligt werden sollen. Interne Schulungen zur Aneignung dieser Art von Fachwissen sind nur selten erfolgreich. Das am häufigsten auftretende Problem, das wir in diesem Bereich sehen, besteht in der Feststellung, dass den internen Ressourcen zwar die Verantwortung übertragen wurden, diese aber nicht über das notwendige Wissen oder nur über begrenzte Kenntnisse verfügen. "Ich habe einmal mit EPM-Software gearbeitet, und jetzt soll ich sie implementieren", ist ein Aufschrei, denn wir nur allzu häufig hören.

Die Größe Ihres Teams ist davon abhängig, welchen Umfang das Projekt schließlich annimmt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass einige Personen nur für ein paar Monate im Projekt mitarbeiten und dann durch andere ersetzt werden, wenn sich die Projektphase ändert. Zu dieser Zeit ist es ebenfalls wichtig, die Befugnisse des Teams zu klären und sich der Unterstützung durch das Management zu vergewissern.

Und übrigens, muss ich das noch betonen? Behandeln Sie dieses Projekt als Projekt! So erstaunlich das klingen mag, aber eine EPM-Bereitstellung ist wahrscheinlich das Projekt in der Organisation, das ohne die Elemente bereitgestellt wird, die sonst in allen anderen Bereitstellungsplänen vorkommen (so ähnlich wie des Schusters Kinder, die barfuß laufen). Erstellen Sie also einen Projektplan, ein Budget, einen Projektauftrag, weisen Sie ausreichend Ressourcen zu usw.

Zeitrahmen für diese Arbeiten: Vier Wochen.

2. Identifizieren der Geschäftsziele

Prima, das Team ist zusammengestellt. Es wird Zeit, sich an die Arbeit zu machen! Nun muss der Umfang des Projekts festgelegt und dieser Umfang in Phasen aufgeteilt werden, wenn er sehr groß ist, und dann muss ein Arbeitsplan erstellt werden.

Im Folgenden ist aufgeführt, was wir in dieser Phase bewerkstelligen müssen:

Workshops für Manager und Projektbeteiligte

Diese Workshops sind einfach unverzichtbar. Der gesamte Zweck der Erstellung einer EPM-Umgebung besteht darin, das Management und die Endbenutzer in die Lage zu versetzen, bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen. Also müssen auch die relevanten Mitglieder der Geschäftsführung zu Beginn des Prozesses einige Zeit investieren, um bei der Festlegung zu helfen, welche Entscheidungen mithilfe des Systems getroffen werden sollen. Ich habe vor einiger Zeit einen Leitfaden geschrieben, wie solche Workshops durchgeführt werden sollten (lesen Sie Hinweise für Käufer von Softwarelösungen: Whiterpaper), aber wie sie durchgeführt werden, ist weniger wichtig als dass sie überhaupt durchgeführt werden.

Dies ist die Gelegenheit für das Bereitstellungsteam, zwei weitere, äußerst wichtige Punkte zu erreichen, während sie die Aufmerksamkeit des Managements haben. Zum Ersten können sie sich der Zustimmung des Managements zum Prozess, zum Aufwand und zu den letztendlichen Vorteilen versichern. Zum Zweiten (und wesentlich wichtiger) erfahren sie etwas zu den gelenkten Erwartungen des Managements. Die häufigste Erwartung des Managements besteht in der Hoffnung, dass das Projekt in einigen Tagen oder ein paar kurzen Wochen abgeschlossen sein wird. Wenn sie die Auswirkungen dessen erfassen, was alles mit dem Projekt zusammenhängt, könnte die Unterstützung des Managements schnell verpuffen. Es ist besser, diese Erwartungen sofort zu dämpfen, als halbherzig mit einem Projekt zu beginnen, das aufgrund mangelnder Zeit oder fehlender Ressourcen nicht abgeschlossen werden kann.

Die Ergebnisse dieser Workshops (ja, es kann durchaus mehr als einer werden) sind die Geschäftsziele, aus denen sich der Umfang ergibt, und schließlich die Festlegung des Terminplans.

Identifizieren des Einflusses auf die Managementrolle

Nachdem die Geschäftsziele mit dem Management abgestimmt wurden, müssen eine oder zwei Sitzungen erfolgen, in denen der Einfluss auf die Rollen und Zuständigkeiten des Managements geklärt werden. Ein typisches Beispiel ergibt sich oft bei der Planung der Ressourcenkapazität. In High-Tech-Firmen ist die Ressourcenkapazitätsplanung fast immer eine Anforderung des Managements an das EPM-System, wer soll jedoch in dem Prozess die Befugnisse erhalten, Ressourcen zuzuweisen, Konflikte zu verwalten und die Arbeit von Personen in unterschiedlichen Abteilungen zu koordinieren? Sie werden diese Probleme an diesem Punkt nicht lösen können, da Sie nicht über einen definierten Prozess verfügen, aber zu erkennen, wer aus der Führungsriege betroffen sein wird, ist äußerst wichtig, damit Sie den Kreis zum geeigneten Zeitpunkt schließen und die jeweiligen Personen in den Prozess einbeziehen können.

Priorisieren von Geschäftszielen und Erstellen eines Masterbereitstellungsplans

Es ist so gut wie sicher, dass der Plan in Phasen unterteilt werden muss. Bei fast jeder EPM-Bereitstellung sind die Wünsche des Managements in Bezug auf die gebotenen Vorteile des EPM-Systems breit gefächert. Die Rangfolge, welche Geschäftsziele zuerst in Angriff genommen werden sollten, ist an diesem Punkt ausschlaggebend für den Erfolg. Setzen Sie die wichtigsten zwei oder vielleicht drei Geschäftsziele in eine Phase, und verschieben Sie alles andere auf später. Jede Phase sollte zu einer funktionierenden EPM-Produktionsumgebung führen, die an sich einen Wert darstellt.

Einrichten von Meilensteinen und Metriken

Wir sind Projektmanager, oder!?! Also sollten wir das Projekt mit einigen Meilensteinen versehen und einige messbare Metriken festlegen. Wie bei jeder anderen Enterprise-System-Bereitstellung ist die Sicherstellung, dass das Projekt im Zeitplan bleibt, ein wichtiger Teil des Prozesses.

Wir sollten nun über genügend Informationen verfügen, um einen Gesamtzeitplan mit Details für die erste Phase aufzustellen.

Zeitrahmen für diese Arbeiten: Vier Wochen.

Phase 1

In jeder Phase gibt es einige Vorgänge, die wiederholt werden müssen. Die Schritte 3 bis 9 sind jeweils Teil einer Phase.

3. Inventurprozesse

Bevor wir uns dem Tool an irgendeiner Stelle nähern, müssen wir festlegen, welche Prozesse in dieser Phase letztendlich automatisiert werden müssen.

Welche Prozesse sind vorhanden und können übernommen werden?

Wir beginnen damit, uns anzuschauen, welche Prozesse, Praktiken und Verfahren in der Organisation bereits für die Geschäftsziele vorhanden sind, die in dieser Phase realisiert werden sollen, und legen fest, welche in die neue EPM-Umgebung übernommen werden können. Vorhandene Prozesse zu finden, die mit wenig oder gar keinem Aufwand angepasst werden können, bietet mehrere Vorteile. Zum Ersten sind sie bereits erstellt und den Benutzern bekannt. Zum Zweiten machen Sie sich mit der Übernahme die Person zum Freund, die die Prozesse erstellt hat. Diese Person kann nun als Fachexperte für diesen Prozess genannt werden, was die Bereitstellung vereinfacht.

Welche Prozesse müssen entworfen werden?

Wir finden nie alle Prozesse, Praktiken und Verfahren, die wir benötigen, aber wir müssen feststellen, was fehlt. Dies kann schwieriger sein als die Suche nach Prozessen, die bereits vorhanden sind. Um etwas zu finden, das nicht vorhanden ist, wird ein erfahrenes Auge benötigt.

Prozessworkshops mit Whiteboard

Für Prozesse, bei denen Vorgänge angepasst werden müssen, oder für Prozesse, die vollkommen neu erstellt werden müssen, müssen Sie einige Workshopsitzungen ansetzen, in denen Sie ein Whiteboard verwenden. Einen Prozess und sämtliche hiermit zusammenhängenden Folgewirkungen gehen Sie am besten mit den Personen durch, die den Prozess nach seiner Fertigstellung verwalten. Denken Sie auch daran, alles zu dokumentieren.

Einbeziehen der betroffenen Managementrollen

Erinnern Sie sich, dass wir die Führungskräfte oder Manager benannt haben, die von den sich ergebenden Änderungen betroffen sein werden? Es ist an der Zeit, sie einzubeziehen. Sie müssen für jeden der neu gestalteten Prozesse, der Auswirkungen auf Rollen, Befugnisse, Hierarchien oder bestehende Zuständigkeiten hat, Besprechungen mit den jeweiligen Personen ansetzen.

Als finales Ergebnis entsteht der Entwurf eines Prozessleitfadens.

Zeitrahmen für die Durchführung dieser Prozessübung: Vier Wochen.

4. Übernehmen, Anpassen und Entwerfen von Prozessen

Überprüfen, Anpassen und Annehmen der Prozessentwürfe

Nicht alle haben an jeder Prozessübung teilgenommen, die im Rahmen der letzten Aufgabengruppe stattgefunden haben. Daher ist es wichtig, dass der neue Prozessleitfaden an die Projektbeteiligten, Manager und betroffenen Parteien weitergeleitet wird. Es ist üblich, dass dieser Leitfaden mehrere Überprüfungen durchläuft, und auch, dass weitere Workshops angesetzt werden, um Konflikte zwischen Prozessen aufzulösen.

Als Ergebnis erhalten Sie ein fertiges und akzeptiertes Prozessdokument. Lassen Sie sich nicht täuschen, bis zum Status "Akzeptiert" kann es mehrere Runden dauern, und möglicherweise muss auch eine Führungskraft von der höchsten Führungsebene intervenieren, bevor das Dokument fertig gestellt werden kann, aber ohne einen akzeptierten Prozess gibt es nichts, das automatisiert werden könnte. Die gute Nachricht ist jedoch, dass schon jetzt etwas von großem Wert geschaffen wurde, auch wenn der Bereitstellungsprozess hier beendet würde. Es ist unvermeidlich, dass diejenigen, die diese Prozesse intern verwalten, Aspekte ihrer Organisation sehen, über die sie nie nachgedacht haben. Unter dem Strich werden sie fast unverzüglich effektiver arbeiten können.

Zeitrahmen für die Erstellung des fertigen Prozessleitfadens: Acht Wochen.

5. Bewerten und Auswählen von EPM-Tools

Vorbereiten von "Problemdarstellungen" für Lieferanten

Wenn Sie bereits andere von mir verfasste Artikel gelesen haben, wissen Sie, dass ich es für ungemein wichtig halte, potenziellen Lieferanten eine Beschreibung Ihrer EPM-Probleme auszuhändigen, damit diese Ihnen sagen können, wie sie die Probleme lösen würden. Schließlich behaupten doch alle, sie seien in der Lösungsbranche tätig, oder? Großartig, lassen Sie sich von den Anbietern Ihre Lösung entwerfen. Das ist ein wenig schwieriger als eine Tabelle mit allen Funktionen zu erstellen, die Sie sich wünschen, aber es ist wichtig.

Anfragen bei mehreren Lieferanten

Wenden Sie sich niemals nur an einen Lieferanten. Vielleicht wissen Sie schon, wer Ihr bevorzugter Lieferant sein wird, aber auch wenn Sie denken, Sie hätten die richtige Wahl getroffen, ist es immer gut, eine Vergleichsmöglichkeit zu haben. Zwei Lieferanten werden Ihr Problem niemals in der gleichen Weise lösen, also stellen Sie sich auf Überraschungen ein und bleiben Sie offen.

Liste der Anbieter in der engeren Auswahl

Auch wenn Sie sich für ein Produkt, aber mehrere Implementierungsunternehmen interessieren, sollten Sie eine engere Auswahl der Anbieter erstellen, die Sie persönlich treffen möchten.

Präsentationen von Lieferanten und Implementierungsunternehmen

Ah, Demo-Tag! Es gibt vieles von Wert, das man gerne hätte, wenn es in einer Demo vorgeführt wird, aber sich davon aufgrund eines ersten kurzen Eindrucks gefangen nehmen zu lassen, gehört sicher nicht dazu. Vertriebsdemos werden von allen Lieferanten sehr sorgfältig orchestriert. Wenn Sie von einer Ansicht oder einem Bericht oder einem Dashboard ganz besonders begeistert sind, fragen Sie ganz spezifisch: "Wie lange dauert es, exakt diese Ansicht zu entwickeln?"

Auswahl und Anschaffung des Tools

OK, es ist an der Zeit, den großen Kauf zu tätigen. Ich weiß, zu Beginn des Artikels dachten Sie, das sei der erste Schritt. Nun ja, machen Sie sich keine Gedanken. Wir haben es geschafft. Wählen Sie Ihr EPM-System aus, und bringen Sie die Bestellung auf den Weg!

Am Ende dieser Phase befindet sich ein glänzendes, neues EPM-Produkt auf Ihrem Schreibtisch.

Zeitrahmen für den Abschluss dieser Phase: Acht Wochen.

6. Entwerfen und Konfigurieren der Automatisierung

Anwenden des Prozessentwurfsdokuments auf das ausgewählte EPM-Tool

Da wir nun wissen, um welches Tool es sich handelt, können wir die Erstellung der Systementwurfsdokumente in Angriff nehmen, die mit unserem Prozessdokument beginnen und mit funktionalen Spezifikationen enden. Sie möchten wahrscheinlich eine Entwicklungsinstanz des neuen EPM-Systems installieren, damit Sie bestimmte Entwurfskriterien testen oder überprüfen können. Nun wird zum ersten Mal ein Systemexperte für die Konfiguration des eigentlichen Systems benötigt.

Entwerfen und Implementieren von Standards

Es gibt zahlreiche Standards, die eingerichtet werden müssen. Jeder dieser Standards hat Konsequenzen für die Systemarchitektur und den Entwurf. So wird der Kalender beispielsweise häufig übersehen. Sollen wir einen oder viele Kalender verwenden? Sollen wir Ressourcenkalender verwenden? Wer ist befugt, diese zu ändern? Kennen wir die Auswirkungen auf die Planungs- und Fortschrittsdaten, die eine Änderung des Ressourcenkalenders hat? Und so weiter ... Hier also einige der Elemente Ihres EPM-Systems, für die Sie Standards brauchen:

  • Kalender

  • Namenskonventionen

  • Ressourcenhierarchie

  • Standards für die Ressourcenauslastung für projektbezogene und nicht projektbezogene Arbeit

  • Standards für Sätze und Kalkulation

  • Rollen und Zuständigkeiten

  • Genehmigungsstrukturen

  • Projekt- und Vorgangshierarchien

  • PSP- und andere Codestrukturen

  • Dokumentverwaltung

  • Kommunikationsvorlagen

  • Projektvorlagen

Darüber hinaus benötigen wir auch einige andere Entwürfe und möglicherweise Codes für Elemente, die aus den Geschäftszielen aus Phase 1 stammen. Einige der Elemente, die berücksichtigt werden müssen, sind:

  • Entwurf und Implementierung von benutzerdefiniertem Code

  • Entwurf und Implementierung von Dashboards

  • Entwurf und Erstellung von Links zu externen Systemen

  • Entwurf und Erstellung von Workflows

  • Entwurf und Implementierung von Standards

  • Entwurf und Erstellung von Schulungen zum EPM-Tool

  • Entwurfsüberprüfung mit allen beteiligten Parteien

Unter dem Strich ergibt sich ein EPM-Tool, mit dem die ersten "Probefahrten" unternommen werden können. Es sollte über alle erforderlichen Konfigurationen verfügen, um in eine Arbeitsumgebung überführt werden zu können.

Die für diese Phase erforderliche Zeit kann stark variieren, und zwar abhängig davon, wie viel Anpassungsarbeit geleistet werden muss, wir gehen jedoch von zwölf Wochen aus, sofern Sie sich auf die erste Phase beschränkt haben.

7. Pilotprojekt EPM-Tool

Nachdem Ihr System jetzt betriebsbereit ist, müssen wir die Pilotanwender benennen und arbeitsfähig machen.

Phase 1: Installieren, Konfigurieren, Daten migrieren

Wir müssen das neu konfigurierte System in einer Pilotinstanz (nicht in einer Entwicklungsinstanz) installieren. (Diese wird weiterhin für zukünftige Phasen sowie als Unterstützungs- und Schulungssystem verwendet.) Darüber hinaus muss die Konfiguration so konfiguriert werden, dass sie der Entwicklungsinstanz entspricht, und wir müssen die Pilotprojekte, ganz gleich, wo sie sich gerade befinden, in das neue System migrieren.

Schulung

Schulungen sind leider das Stiefkind von Projektbereitstellungen. Sie werden in einem Bereitstellungsplan häufig vergessen. Stellen Sie sicher, dass die mit dem Pilotprojekt befassten Mitarbeiter die Schulungen erhalten, die sie benötigen, um das System ordnungsgemäß verwenden zu können.

Ausführen von aktiven Projekten

Sorgen Sie dafür, dass Pilotprojekte nun basierend auf den Projekten, Praktiken, Verfahren und Automatisierungsmaßnahmen verwaltet werden, für die Sie so viel Zeit aufgewendet haben. Ein Pilotprojekt muss mit einem eigenen Zeitplan ausgestattet werden, der sich häufig an der eigentlichen Lebensdauer des Projekts orientiert.

Gewonnene Erkenntnisse und Dokumentation

Nach Abschluss des Pilotprojekts wird es Zeit für eine neue Zusammenkunft, um zu sehen, ob mit den vorgenommenen Änderungen die jeweiligen Probleme gelöst werden konnten. Wenn noch Anpassungen, Korrekturen oder grundlegende Änderungen vorzunehmen sind, ist nun die richtige Zeit dafür.

Zeitrahmen für ein vollständiges Pilotprojekt und dessen Überprüfung: Zwölf Wochen.

8. Rollout von Phase 1 in die Produktionsumgebung

Livegang

Nun ist es an der Zeit. Installieren Sie das neue System für die geeigneten Benutzer, und migrieren Sie die geeigneten Daten. Vergessen Sie beim Livegang nicht die notwendigen Schulungen, den Support und die Nachverfolgung.

Die Zeit für das Rollout hängt in hohem Maße von der Gesamtzahl der Benutzer ab: Vier Wochen.

9. Überprüfen und Anpassen des Masterbereitstellungsplans

Überprüfen Sie den Masterplan, und passen Sie ihn an, um für die nächste Phase vorbereitet zu sein. Mit dem Masterplan hat sich in den letzten Monaten wahrscheinlich niemand mehr befasst. Es ist an der Zeit, ihn zu entstauben, um zu sehen, was ursprünglich für Phase 2 geplant war. Die Personen, die sich die nächste Phase anschauen, werden die Dinge zwangsläufig etwas anders sehen, denn schließlich verfügen nun alle über die Erfahrungen aus der ersten Phase.

Zeitrahmen für den Abschluss dieser Phase: Zwei Wochen.

10. Phase 2 – Wiederholen der Schritte 3 bis 9

Damit ist nur Phase 1 abgeschlossen, und während Sie sich die zukünftigen Phasen anschauen, müssen Sie die Schritte 3 bis 9 (mit Ausnahme von Schritt 5) wiederholen. Denken Sie daran, dass jede Phase mit einer funktionsfähigen EPM-Produktionsumgebung abgeschlossen werden sollte, die die Effektivität der Organisation erhöht.

Haben Sie die Zeitrahmen für die einzelnen Schritte der ersten Phase einmal addiert? Es sind insgesamt 58 Wochen. Hier ein Zeitplan der oben definierten Schritte in der Zusammenfassung:

Gantt-Diagramm mit Prozess über 58 Wochen

Wir alle wissen, dass jede Organisation anders ist. Es gibt viele Faktoren, die die Gesamtdauer eines Projekts beeinflussen können. Einer der bedeutendsten Faktoren ist der Reifegrad vorhandener Enterprise Project Management-Prozesse. Daneben kommt es auch auf die Größe der Organisation und deren Komplexität an. Es ist natürlich einfacher, ein EPM-System in einer Organisation bereitzustellen, die sich in einem Gebäude befindet, als in einer Organisation, die sich auf zahlreiche Abteilungen, Büros, Städte oder sogar Länder verteilt.

Bei jeder Bereitstellung sieht der Zeitplan anders aus und ist auch nicht immer kürzer. Fast immer entsteht der Druck, einen Zeitplan zu erstellen, der in Tagen oder Wochen abgearbeitet werden kann, aber für eine erfolgreich Bereitstellung ist es unerlässlich zu bedenken, dass es hierbei nicht nur um eine Software geht, die installiert werden muss.

Informationen zum Autor

Chris Vandersluis ist der Präsident und Gründer von HMS Software, einem im kanadischen Montreal ansässigen Microsoft Certified Partner. Er hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der McGill University und mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automatisierung von Projektsteuerungssystemen. Er ist ein langjähriges Mitglied des PMI (Project Management Institute) und hat geholfen, die Ortsverbände der Microsoft Project-Benutzergruppen (MPUG) in Montreal, Toronto und Quebec zu gründen. Vandersluis hat Beiträge in Fortune, Heavy Construction News, im Magazin "Computing Canada" und im PMNetwork von PMI veröffentlicht. Darüber hinaus verfasst er regelmäßig die Leitartikel für Project Times. Er unterrichtet Projektmanagement für Fortgeschrittene an der McGill University und hält häufig Vorträge auf Veranstaltungen der Project Management Association in Nordamerika und weltweit. HMS Software ist der Herausgeber von TimeControl, einem projektorientierten Zeiterfassungssystem, und seit 1995 ein Microsoft Project Solution Partner.

Sie können Chris Vandersluis per E-Mail kontaktieren: chris.vandersluis@hms.ca

Wenn Sie weitere EPM-bezogene Artikel von Chris Vandersluis lesen möchten, besuchen Sie die EPM Guidance-Website von HMS (http://www.epmguidance.com/?page_id=39).

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