Anruffluss mit ExpressRoute

In diesem Artikel werden die wichtigsten Grundsätze zum Anruffluss für Skype for Business Online und ExpressRoute mit detaillierten Beispielen für Anrufflüsse erläutert, um Sie bei einer adäquaten Planung zu unterstützen.

Wenn Sie Skype for Business Online im Rahmen von Office 365, Skype for Business Server Hybrid oder Skype for Business Cloud Connector Edition bereitstellen, müssen Sie die Kommunikation zwischen dem Skype for Business-Client und dem Anruffluss verstehen, damit Sie Ihre Skype for Business Online-Services effektiv planen, bereitstellen und betreiben können und damit Sie Fehler effektiv beheben können.

Übersicht über Anruffluss

In diesem Dokument werden die Netzwerksegmente beschrieben, die Daten für diese Anrufflüsse übertragen können. Es wird erläutert, welcher Datenverkehr lokal in Ihrem Netzwerk verarbeitet wird und welcher Datenverkehr über das Internet oder über ExpressRoute geleitet wird. Die Kenntnis darüber, welcher Datenverkehr ExpressRoute nutzt, ist für Sie hilfreich bei der Beurteilung der Vorteile, die sich für Ihr Unternehmen durch die Nutzung von ExpressRoute ergeben. Ferner erhalten Sie eine Anleitung zur Bereitstellung von ExpressRoute, damit Sie Ihre Bereitstellung validieren und etwaige Fehler darin beheben können, nachdem Sie sich für die Nutzung von ExpressRoute entschieden haben.

Die hier beschriebenen Anrufflüsse können durch diverse Faktoren beeinflusst werden, die Sie kontrollieren können. Hierzu gehören beispielsweise Firewall-Regeln, die NAT-Konfiguration, Proxyserver und die Routerkonfiguration. Dieses Dokument basiert auf der Annahme, dass die empfohlenen Einstellungen übernommen wurden. Eine Beschreibung dieser empfohlenen Einstellungen finden Sie in:

Eine vom Einrichtungsverfahren in der oben genannten Dokumentation abweichende Einrichtung und Konfiguration kann dazu führen, dass die Anrufflüsse anders sind als in dieser Dokumentation. Außerdem treten bei Ihnen möglicherweise Konfigurationsprobleme auf, wie zum Beispiel asymmetrische und suboptimale Netzwerkrouten oder suboptimale Transportprotokolle. Das asymmetrische Routing ist im Zusammenhang mit ExpressRoute immer ein wichtiger Aspekt, denn ExpressRoute führt einen zweiten Pfad in Office 365 ein. Dadurch entsteht die Möglichkeit, den Datenverkehr über zwei verschiedene Routen zu leiten: eine Richtung über das Internet und die andere über ExpressRoute. Dies kann dazu führen, dass der zurückfließende Datenverkehr blockiert wird, wenn er auf eine zustandsbehaftete Firewall trifft.

Netzwerksegmente und Arten von Datenverkehr

Netzwerksegmente

Bevor wir den Anruffluss erläutern können, müssen wir einige Grundbegriffe im Zusammenhang mit den in Skype for Business Online verwendeten Netzwerksegmenten und Arten von Medien definieren.

In den nachfolgenden Anruffluss-Diagrammen sehen Sie vier verschiedene Netzwerksegmente. Jedes dieser Segmente wird von einer anderen Organisation verwaltet: Ihrem internen Netzwerk, Ihrem Netzwerkdienstanbieter und dessen Internet-Peering-Partnern sowie Microsoft. Die Segmente weisen jeweils unterschiedliche Leistungsmerkmale auf. Leitlinien für Netzwerkleistungsziele finden Sie unter Medienqualität und Leistung der Netzwerkkonnektivität in Skype for Business Online.

Unten sehen Sie die einzelnen Netzwerksegmente, die hier erläutert werden sollen.

Anruffluss-Netzwerksegmente.

Ihr Netzwerk Dies ist das Netzwerksegment innerhalb Ihres Gesamtnetzwerks, welches Sie selbst steuern und verwalten. Hierzu gehören alle Ihre Verbindungen innerhalb Ihrer Geschäftsräume – drahtgebunden oder drahtlos, zwischen Bürogebäuden, zu lokalen Rechenzentren – und Ihre Verbindungen zu Internetdienstanbietern oder ExpressRoute-Partnern.

Normalerweise enthält der Rand Ihres Netzwerks eine oder mehrere DMZ mit Firewalls und/oder Proxyservern, die die Sicherheitsrichtlinien Ihrer Organisation durchsetzen und die nur bestimmten Netzwerkdatenverkehr zulassen, den Sie zuvor eingerichtet und konfiguriert haben. Sie verwalten dieses Netzwerk. Darum haben Sie die direkte Kontrolle über die Leistung Ihres Netzwerks. Es wird dringend empfohlen, dass Sie die Leistung Ihres Netzwerks sowohl innerhalb der Sites in Ihrem Netzwerk als auch von Ihrem Netzwerk zu Skype for Business Online mithilfe von Netzwerkbewertungen validieren. Die Leistungsanforderungen finden Sie unter Medienqualität und Leistung der Netzwerkkonnektivität in Skype for Business Online.

Internet Dies ist das Netzwerksegment innerhalb Ihres Gesamtnetzwerks, das die Benutzer verwenden, wenn sie sich außerhalb Ihres Netzwerks mit Skype for Business Online verbinden. Wenn ExpressRoute nicht konfiguriert wurde, wird dieses Segment für alle Verbindungen verwendet. Das Internet und alle Verbindungen darin werden nicht von Ihnen oder Microsoft verwaltet. Darum können die Leistung und die Routingpfade nicht bestimmt werden. Dies hat die größten Auswirkungen auf den Anruffluss und die Qualität insgesamt.

ExpressRoute Dies ist das Netzwerksegment innerhalb Ihres Gesamtnetzwerks, das für Sie eine dedizierte, private Verbindung zum Microsoft-Netzwerk bereitstellt. Diese Option wird für alle Workloads, bei denen Netzwerkgeschwindigkeit und Leistung von besonderes hoher Bedeutung für die Echtzeitkommunikation sind (z. B. Skype for Business Online), für die Verbindung Ihres Netzwerks mit dem Microsoft-Netzwerk (Office 365-Datencenter) empfohlen. ExpressRoute-Verbindungen zwischen Ihrem Netzwerk und dem Microsoft-Netzwerk werden über ExpressRoute-Verbindungsanbieter hergestellt. Dadurch genießen Sie ein privates und verwaltetes Netzwerk mit 99,9 % Betriebszeit und QoS-Unterstützung (Quality of Service, Dienstqualität). Dies ermöglicht eine bessere Leistung für Echtzeitmedien, wenn die Netzwerke überlastet sind.

Microsoft-Netzwerk Dies ist das Netzwerksegment innerhalb Ihres Gesamtnetzwerks, das die Office 365-Dienste unterstützt. Hierzu gehört die gesamte Kommunikation zwischen Online-Servern für Office 365, beispielsweise Datenverkehr, der den Backbone des Microsoft-Netzwerks durchläuft und zwischen verschiedenen geografischen Regionen übermittelt wird.

Arten von Datenverkehr

Der Netzwerkdatenverkehr für Skype for Business Online lässt sich in zwei Hauptkategorien unterteilen. Diese werden im Anruffluss jeweils als eigener Pfad angezeigt:

Echtzeitmedien sind Daten, die innerhalb von RTP (Real-Time Transport-Protokoll) verkapselt sind und Audio-, Video-, Anwendungsfreigabe- und Dateiübertragungs-Workloads unterstützen. Im Allgemeinen ist der Medienverkehr hochgradig latenzsensitiv. Daher ist es in Ihrem Sinne, wenn dieser Datenverkehr auf einem möglichst direkten Weg übermittelt wird. Aus diesem Grund sollte UDP als Transportschichtprotokoll verwendet werden, weil TCP eine höhere Latenz mit sich bringt.

Signalisierung ist die Kommunikationsverbindung zwischen Client und Server oder mit anderen Clients, die zur Steuerung von Aktivitäten (z. B. wenn ein Anruf initiiert wird) und für die Zustellung von Chat-Nachrichten verwendet wird. Der Signalisierungsverkehr verwendet überwiegend das SIP-Protokoll. Einige Clients verwenden jedoch HTTP-basierte REST-Schnittstellen. Einfach gesagt, haben wir es bei dieser Art des Datenverkehrs mit diversen Signalisierungen zu tun, die über HTTP- und HTTPS- oder TLS-Verbindungen übermittelt werden können. Ein wichtiger Aspekt ist, dass dieser Datenverkehr wesentlich weniger latenzsensitiv ist. Allerdings kann es zu Dienstausfällen oder zur Unterbrechung von Anrufen wegen Zeitüberschreitungen kommen, wenn die Latenz zwischen den Endpunkten mehrere Sekunden überschreitet.

Die Ziele für diesen Datenverkehr finden Sie für alle Office 365-Dienste unter URLs und IP-Adressbereiche von Office 365. Für jede URL wird angegeben, ob dieser Teil des Datenverkehrs über die ExpressRoute für Office 365 laufen kann. Diagramme, die zeigen, dass das Internet auch bei aktivierter ExpressRoute noch für bestimmten Datenverkehr verwendet werden, finden Sie unter Azure ExpressRoute für Office 365. Wichtig ist die Erkenntnis, dass selbst URLs, die nominell über ExpressRoute geroutet werden können, auch über das Internet geroutet werden können. Dies bedeutet, dass die Entscheidung, ob das Internet oder ExpressRoute verwendet wird, in einigen Szenarios vom Client-Standort und von der Konfiguration der Proxyserver und Firewalls abhängt. Folglich ist eine Internetverbindung erforderlich, selbst wenn Sie ExpressRoute bei einem ExpressRoute-Partner erwerben, weil nicht alle mit Office 365 verbundenen URLs ExpressRoute nutzen können.

Folgender Datenverkehr kann nur über das Internet gesendet werden: allgemein vom Internet abhängiger Datenverkehr wie Zertifikatsperrlisten (Certificate Revocation Lists, CRLs), DNS-Lookups und Namensauflösungen, URLs für freigegebene Office 365-Dienste, z. B. das Office 365 Admin Center, sowie einige nicht an Echtzeit gebundene Kommunikationsfunktionen von Skype for Business Online, wie zum Beispiel Telemetrie und Verbunde für die Interoperabilität mit Skype-Heimanwendern. Auch für Skype-Livekonferenzen gestreamte Medien gehören hierzu. Weitere Überlegungen für die Planung Ihres Netzwerk-Routings, die für Ihre Entscheidungen relevant sein können, finden Sie unter Routing mit ExpressRoute für Office 365.

Grundsätze für Anrufflüsse bei Skype for Business

Bevor wir die spezifischen Anruffluss-Szenarios näher betrachten, sollen hier sechs allgemeine Grundsätze erläutert werden, die für das Verständnis von Anrufflüssen bei Skype for Business wichtig sind.

  1. Eine Skype for Business-Konferenz wird in derselben Region gehostet, in der der Konferenzorganisator beheimatet ist. Das Hosting erfolgt in der Office 365-Cloud, sofern der Organisator Skype for Business Online verwendet. Ist der Besprechungsorganisator hingegen ein lokaler Benutzer, so wird die Konferenz in einem lokalen Rechenzentrum gehostet.

  2. Der von einem Client in einer gehosteten Konferenz gesendete Medienverkehr geht zu dem Server, auf dem die Konferenz gehostet wird. Hierbei kann es sich um einen lokalen Server innerhalb eines von Ihnen verwalteten Rechenzentrums handeln oder aber um einen Online-Server innerhalb der Office 365-Cloud. Für den Medienfluss für Online-Konferenzen wird jedoch immer ein Edgeserver verwendet.

  3. Der Medienverkehr für Peer-to-Peer-Anrufe wird auf der direktesten verfügbaren Route übermittelt. Die bevorzugte Route geht direkt zum externen Peer (Client). Ist diese Route jedoch aufgrund einer Blockierung des Datenverkehrs durch eine Firewall oder Ähnliches nicht verfügbar, so wird der Datenverkehr über einen oder mehrere Edgeserver übermittelt.

  4. Der Signalisierungsverkehr wird immer auf den Server geleitet, auf dem der Benutzer beheimatet ist. Dies kann entweder ein Online-Server oder ein lokaler Server sein. Ein Edgeserver wird verwendet, wenn eine direkte Verbindung mit dem Front-End-Server nicht möglich ist.

  5. Benutzer, die an einer online gehosteten Konferenz teilnehmen, verwenden immer einen Edgeserver (oder zwei, sofern dies aufgrund der Client-Firewallkonfigurationen erforderlich ist).

  6. Benutzer, die an einer lokal gehosteten Konferenz teilnehmen, nutzen in der Regel keinen Edgeserver, wenn sie die Verbindung von demselben Netzwerk aus herstellen, das auch die lokale Bereitstellung enthält. Benutzer, die die Verbindung von außerhalb Ihres Netzwerks herstellen, nutzen hingegen einen oder zwei Edgeserver.

Nähere Informationen über den gewählten Medienpfad erhalten Sie unter ICE – Edge-Medienverbindungen. In diesem Video wird Lync Server 2013 behandelt. Die Grundsätze und Protokolle gelten aber auch für Skype for Business.

Skype for Business-Anrufflüsse mit ExpressRoute

Sie kennen jetzt die vier verschiedenen Netzwerksegmente und einige allgemeine Grundsätze für Skype for Business-Anrufflüsse. Anhand dieser Informationen können Sie nun nachvollziehen, welcher Skype for Business-Datenverkehr ein ExpressRoute-Netzwerksegment durchläuft.

Im Allgemeinen durchläuft Netzwerkdatenverkehr die ExpressRoute-Verbindung, wenn sich ein Endpunkt in Ihrem Netzwerk verbindet und der andere Endpunkt im Office 365-Datencenter. Dies beinhaltet den Signalisierungsverkehr zwischen Client und Server, den während der Telefonkonferenzen verwendeten Medienverkehr oder Peer-to-Peer-Anrufe, die einen Online-Edgeserver verwenden.

Der Datenverkehr läuft nicht über die ExpressRoute-Verbindung, wenn beide Endpunkte direkt über das Internet miteinander kommunizieren können oder wenn sich beide innerhalb Ihres Netzwerks befinden. Dies gilt einschließlich für Medien bei Peer-to-Peer-Anrufen, Datenverkehr aus dem Internet, der an eine lokale Bereitstellung gesendet wird, oder jeglichen sonstigen Datenverkehr zwischen dem Internet und Office 365-Edgeservern. Ein Beispiel hierfür ist ein Benutzer, der von einem Hotel aus an einer Online-Konferenz teilnimmt.

Allgemeines zum Skype for Business-Anruffluss

Damit Sie die oben beschriebenen Grundsätze über Skype for Business-Anrufflüsse anwenden können, enthält der nächste Abschnitt in diesem Artikel eine Reihe von Diagrammen als Referenz. Dabei handelt es sich nicht um eine vollständige Liste aller denkbaren Anrufflüsse. Vielmehr sollen Ihnen diese Informationen als Orientierung für die Anwendung der oben beschriebenen Grundsätze dienen. Die Szenarios in den Diagrammen wurden außerdem unter dem Gesichtspunkt ausgewählt, dass sie häufige Bereitstellungstypen abdecken: Online, Hybrid, Cloud Connector und in einem speziellen Fall Skype-Livekonferenz.

Hinweis : Ein Teil des von Skype for Business genutzten Datenverkehrs kann nicht über ExpressRoute geleitet werden und verwendet daher immer einen Internetpfad. Anhand der Informationen unter URLs und IP-Adressbereiche von Office 365 können Sie feststellen, welche URLs betroffen sein können.

Von einem Kundennetzwerk aus initiierter Peer-to-Peer-Anruf für Office 365-Benutzer

Der Medienverkehr für Peer-to-Peer-Anrufe wird immer auf der direktesten verfügbaren Route an das Ziel übermittelt. Der Signalisierungsverkehr wird jedoch an ein Office 365-Datencenter geleitet, in dem der Online-Benutzer beheimatet ist. Da sich beide Benutzer im selben WAN befinden und nichts eine direkte Kommunikation der Clients verhindert, erfolgt der Medienfluss direkt zwischen den beiden. Der Signalisierungsverkehr läuft bei beiden Benutzern über die ExpressRoute-Verbindung, deren Ziel das Rechenzentrum der jeweiligen Organisation ist. Die folgende Darstellung zeigt den Anruffluss in diesem Szenario.

Peer-to-Peer-Anruffluss

Anruffluss mit Peer-to-Peer-Anruf.

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

In dem Peer-to-Peer-Beispiel nimmt der Medienverkehr immer die direkteste Route zu seinem Ziel. Bei einer Online-Konferenz befindet sich das Ziel jedoch in der Office 365-Cloud. Dies bedeutet, dass der Medienverkehr für alle Benutzer, die von Ihrem Netzwerk aus an der Konferenz teilnehmen, über die ExpressRoute-Verbindung läuft und dass der Signalisierungsverkehr zur Office 365-Cloud geleitet wird. Die nachfolgende Grafik zeigt, dass sowohl Medien als auch Signalisierungen für einen Benutzer innerhalb Ihres Netzwerks über die ExpressRoute-Verbindung laufen. Für Benutzer, die sich außerhalb Ihres Netzwerks mit dem Internet verbunden haben, werden diese Daten hingegen direkt über das Internet geleitet. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sie sich von einem Café oder einem Hotel aus mit dem Internet verbunden haben.

Wichtig ist, dass sich der Standort einer Konferenz nach dem Besprechungsorganisator richtet und nicht nach den Teilnehmern. Wenn die Besprechung also von einem lokalen Kunden geplant würde, würde der Medienverkehr nicht über ExpressRoute zur Office 365-Cloud fließen, sondern würde stattdessen über das Internet zum lokalen Rechenzentrum des Besprechungsorganisators geleitet werden.

Der Zielort für Medien für Online-Konferenzen ist das Datencenter innerhalb der Office 365-Cloud. Das Datencenter kann sich jedoch in einer anderen geografischen Region befinden als die Benutzer, die an der Konferenz teilnehmen. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Wenn der Besprechungsorganisator in einem anderen Unternehmen tätig ist als die Teilnehmer und die Organisation für den Organisator an einem anderen geografischen Standort oder in einem anderen Land bzw. einer anderen Region gehostet wird.

  • Wenn sich ein Benutzer aus einem anderen Land bzw. einer anderen Region teilnimmt als dem Land bzw. der Region, wo sich der Standort der Organisation des Unternehmens befindet. Dies kann der Fall sein, wenn das Unternehmen multinational ist oder wenn der Benutzer auf Reisen ist.

Das Gute an der Verwendung von ExpressRoute in diesem Szenario ist, dass Daten, die dem ExpressRoute-Pfad folgen, mit dem ExpressRoute Premium-Add-on automatisch über den Backbone von Microsoft zum Rechenzentrum der Organisation der Besprechung geleitet werden, und zwar unabhängig von der geografischen Region des Organisators.

Anruffluss bei Online-Benutzer in Onlinebesprechung

Anruffluss für eine online gehostete Telefonkonferenz.

Teilnahme an einer Konferenz, die von einem lokalen Benutzer in einer Hybrid-Bereitstellung gehostet wird

Bedenken Sie, dass sich die Frage, welche Konferenzserver die gehosteten Konferenzen unterstützen, danach richtet, wo der Besprechungsorganisator beheimatet ist. In diesem Szenario fließen die Medien für alle Benutzer, die an einer von einem lokalen Benutzer in einer Hybrid-Bereitstellung geplanten Konferenz teilnehmen, zu einem lokalen Rechenzentrum.  Die Signalisierung für online beheimatete Benutzer fließt über deren Organisation in der Office 365-Cloud, während die Medien eine Direktverbindung zu nutzen versuchen. In diesem Szenario verbinden sich beide Benutzer innerhalb Ihres Netzwerks. Daher ist eine direkte Medienverbindung möglich. ExpressRoute wird also nur für den Signalisierungsverkehr für den online beheimateten Benutzer verwendet. Verbindet sich ein online beheimateter Benutzer vom Internet aus, so könnten die Medien über ExpressRoute laufen, wenn die Verbindung über einen Online-Edgeserver hergestellt wird.

Anruffluss bei einer von einem Hybrid-Benutzer gehosteten Konferenz

Lokal gehosteter Anruffluss.

Lokale Edgeserver mit in Office 365 gehosteten Konferenzen

Wenn ein Hybrid-Benutzer an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt, wissen wir, dass die Signalisierung und die Medien an die Office 365-Cloud geleitet werden. Da der Benutzer vom Internet aus teilnimmt, würde normalerweise ein direkter Internetpfad verwendet werden. In einigen Fällen ist ein direkter Internetpfad jedoch nicht verfügbar, beispielsweise aufgrund von Firewall-Beschränkungen. In diesem Fall kann ein lokaler Edgeserver den Medienverkehr übermitteln. Hierdurch wird der Medienverkehr auf Ihr lokales Netzwerk zurückgeleitet, bevor er über die ExpressRoute-Verbindung zur Office 365-Cloud übermittelt wird.

Lokale Benutzer, die von einem lokalen Edgeserver aus an einer Online-Telekonferenz teilnehmen

Anruffluss für einen Konferenzanruf, der über einen Edgeserver läuft.

PSTN-Anruf mit Skype for Business Cloud Connector Edition

Mit Skype for Business Online Cloud Connector Edition wird die Anbindung an das Festnetz (PSTN-Anbindung) ermöglicht. Dabei werden lokale Ressourcen genutzt, zum Beispiel eine SIP-Verbindungsleitung oder ein PSTN-Gateway oder ein minimales Hardwaregerät für die Integration mit Skype for Business. Mit Cloud Connector Edition werden Benutzer online beheimatet und handeln als normale Online-Benutzer, wenn sie keine PSTN-Anrufe tätigen. Die Signalisierungen bei PSTN-Szenarios reisen zwischen dem Client und der Cloud über eine ExpressRoute-Verbindung, sofern diese verfügbar ist. Der Medienverkehr verbleibt innerhalb Ihres WAN. In diesem Fall kehren die Signalisierungen bei der Office 365-Cloud um und enden beim Cloud Connector.

PSTN-Anruf über Cloud-PBX und Cloud Connector

Anruffluss für einen PSTN-Anruf mit Cloud-PBX Cloud Connector.

Skype-Livekonferenz mit Benutzern, die von einem Kundennetzwerk aus teilnehmen

Skype-Livekonferenz ist ein besonderer Anwendungsfall. Bei diesem Fall handelt es sich um eine zweiteilige Besprechung, bei der jeder Teil unterschiedliche Netzwerktransportprofile aufweist. Der erste Teil ist die innere Besprechung. Im Hinblick auf die Netzwerkleistung ist dies der bedeutendere Teil. Dies ist der Echtzeitanteil der Besprechung. Er enthält einen oder mehrere Client-Endpunkte, die sich mit dem Konferenzserver in der Office 365-Cloud verbinden. Die Daten, die über diesen Anteil der Besprechung übermittelt werden, sind genau wie das Beispiel oben, bei dem ein Office 365-Benutzer an einer Online-Konferenz teilnimmt.

Das Besondere an einer Skype-Livekonferenz ist die Tatsache, dass die Konferenz über eine Streamingübertragung an eine große Zahl von Konferenzteilnehmern verteilt wird. Dieser Streamingübertragungsdienst kann nicht über ExpressRoute geleitet werden. Stattdessen nutzt er das Internet mit der optionalen Unterstützung von Content Delivery Network (CDN)-Diensten. Es ist hilfreich, sich klar zu machen, dass die Streamingübertragung ein unidirektionaler Medienfluss ist, denn die Teilnehmer hören zu, sprechen aber selbst nicht. Die Pufferung wird dabei unterstützt. Somit ist diese Form der Übertragung wesentlich weniger sensitiv gegenüber Problemen bei der Netzwerkleistung wie Latenz, Paketverlust und Jitter. Statt den Übertragungsdatenverkehr für diese Probleme zu optimieren, wird dieser für die Bandbreitennutzung optimiert, weil potenziell eine sehr große Zahl an Teilnehmern die gestreamten Medien empfängt.

Skype-Livekonferenz mit Benutzern aus einem Kundennetzwerk

Anruffluss für Skype-Livekonferenz.

Anrufflussmuster nach Entwicklungstyp

Anhand der oben angeführten Beispiele für häufig auftretende Anrufflüsse wurden die allgemeinen Grundsätze erläutert, die die Datenverkehrsmuster steuern. Die nachfolgenden Tabellen enthalten eine Übersicht über die Datenverkehrsmuster für eine große Kombination von Bereitstellungs- und Benutzerszenarios. Diese Tabellen erfassen nicht jede mögliche Kombination von Anrufflüssen. Sie können aber hilfreich sein, um die allgemeinen Grundsätze bei Anrufflüssen nachzuvollziehen.

Die Daten werden übermittelt und abgehört, als wären sie für die Organisation lokal. Sie verlassen das Kundennetzwerk, das Internet oder ExpressRoute dabei nicht. Die nachfolgend aufgeführten Muster basieren auf den häufigsten Netzwerkeinstellungen. Hierzu gehören beispielsweise Firewalls, Partnerverbunde und Internet. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass alle Organisationen, die an Anrufflüssen mit mehreren Parteien oder mit Verbunden beteiligt sind, ExpressRoute haben. In der Praxis könnte das Vorhandensein unterschiedlicher Einstellungen zu Datenverkehrsmustern führen, die von den nachfolgend aufgeführten Mustern abweichen.

Anrufflüsse bei Skype for Business Online

Die Benutzungsszenarios für Skype for Business Online beinhalten Benutzer, die online beheimatet sind und entweder von Ihrem internen Netzwerk aus oder vom Internet aus anrufen. Lokale Server kommen in diesen Szenarios nicht vor. Daher werden alle Medien in Bezug auf die Konferenz oder den PSTN-Anruf zur Office 365-Cloud fließen, und der Edgeserver der Online-Benutzer befindet sich ebenfalls in der Cloud.

Übersicht über Anrufflüsse bei Skype for Business Online

Nutzungsszenario

Endpunkte

Signalisierungspfad

Medienpfad

Beispielfluss

Notizen

Peer-to-Peer-Anruf

Zwei Clients, beide in Ihrem Netzwerk.

ExpressRoute

lokal

Von einem Kundennetzwerk aus initiierter Peer-to-Peer-Anruf für Office 365-Benutzer

Peer-to-Peer-Anruf

Zwei Clients, einer in Ihrem Netzwerk (intern) und der andere Client im Internet (extern).

Interner Benutzer: ExpressRoute

Externer Benutzer: Internet

Interner Benutzer: ExpressRoute

Externer Benutzer: Internet zum Office 365-Edgeserver.

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

Dabei wird vorausgesetzt, dass die Firewall direkte Verbindungen zwischen Clients blockiert, sodass ein Online-Edgeserver erforderlich ist. Der Datenverkehr vom internen Benutzer zum Online-Edgeserver folgt einem ähnlichen Pfad wie der Datenverkehr zum Konferenzserver für die Telefonkonferenz.

Peer-to-Peer-Anruf zu einem Benutzer in einer Partnerorganisation

Zwei Clients, einer auf Ihrem Netzwerk (intern) und der andere beim Online-Benutzer auf dem Netzwerk der Partnerorganisation (Verbund).

ExpressRoute

ExpressRoute

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

Dabei wird vorausgesetzt, dass die Firewall direkte Verbindungen zwischen Clients blockiert, sodass ein Online-Edgeserver erforderlich ist. Der Datenverkehr vom internen Benutzer zum Online-Edgeserver folgt einem ähnlichen Pfad wie der Datenverkehr eines Konferenzservers für die Telefonkonferenz.

Teilnahme an einer Telekonferenz durch einen Benutzer im Netzwerk eines Kunden

Client auf Ihrem Netzwerk und Konferenzserver in der Office 365-Cloud.

ExpressRoute

ExpressRoute

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

Teilnahme an einer Telekonferenz durch einen Benutzer im Internet

Client ist im Internet und Konferenzserver in der Office 365-Cloud.

Internet

Internet

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

Teilnahme an einer Konferenz, die vom lokalen Server eines anderen Unternehmens gehostet wird

Client auf Ihrem Netzwerk und Konferenzserver im externen Rechenzentrum.

Internet

Internet

Nicht anwendbar

Der Konferenzserver, der die Konferenz hostet, befindet sich im lokalen Netzwerk eines anderen Kunden. Daher würden keine Daten durch die Microsoft-Cloud geleitet.

PSTN-Anruf

Client im Kundennetzwerk und Cloud-PBX-Server in der Office 365-Cloud.

ExpressRoute

ExpressRoute

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

PSTN-Anruf

Client im Internet und Cloud-PBX-Server in der Office 365-Cloud.

Internet

Internet

Nicht anwendbar

Die Medien und Signalisierungen fließen zum Office 365-Datencenter. Der Client-Endpunkt befindet sich im Internet. Daher fließen alle Daten zum Microsoft-Datencenter über das Internet (auch wenn ein Online-Edgeserver für Verbindung erforderlich ist).

Hinweis : ExpressRoute wird auf dem Medienpfad von dem Benutzer im Unternehmensnetz zu einem Online-Edgeserver verwendet. ExpressRoute wird jedoch nicht verwendet, wenn der Edgeserver für die lokale Bereitstellung eines anderen Kunden verwendet wird.

Anrufflüsse bei Skype for Business Hybrid

Hybrid-Anrufflüsse kommen zum Tragen, wenn Sie eine Skype for Business-Bereitstellung haben, bei der mindestens einige Benutzer lokal beheimatet sind. Die Anrufflüsse in diesem Abschnitt beinhalten sowohl lokale Konferenzen als auch Peer-to-Peer- oder PSTN-Anrufe mit mindestens einem lokal beheimateten Benutzer.

Nutzungsszenario

Endpunkte

Signalisierungspfad

Medienpfad

Beispielfluss

Notizen

Peer-to-Peer-Anruf

Zwei Clients, beide auf dem Kundennetzwerk und lokal beheimatet

Lokal

lokal

Von einem Kundennetzwerk aus initiierter Peer-to-Peer-Anruf für Office 365-Benutzer

Da die Benutzer lokal beheimatet sind, fließen die Signalisierungen lokal zum lokalen Rechenzentrum statt zur Office 365-Cloud.

Peer-to-Peer-Anruf

Zwei Clients, die sich beide vom Kundennetzwerk aus verbinden. Einer ist online beheimatet, der andere lokal.

Online-Benutzer: ExpressRoute

Lokaler Benutzer: lokal

lokal

Von einem Kundennetzwerk aus initiierter Peer-to-Peer-Anruf für Office 365-Benutzer

Nur der online beheimatete Benutzer sendet Signalisierungsverkehr zur Office 365-Cloud.

Peer-to-Peer-Anruf zu einem Benutzer in einer Partnerorganisation

Zwei Clients, ein lokaler Benutzer im Kundennetzwerk (intern) und ein Online-Benutzer im Netzwerk des Partnerunternehmens (Verbund).

Interner Benutzer: lokal

Partnerbenutzer: ExpressRoute

Internet oder ExpressRoute (je nachdem, ob ein Online- oder lokaler Edgeserver verwendet wird)

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer Konferenz teilnimmt, welche online gehostet wird und Teil eines lokalen Edgeservers mit auf Office 365 gehosteten Konferenzen ist (für Medienverkehr).

Dabei wird vorausgesetzt, dass die Firewall direkte Verbindungen zwischen Clients blockiert, sodass ein Online-Edgeserver erforderlich ist. ICE-Aushandlung bietet sowohl Online- (durch den Online-Benutzer) als auch lokale Edgeserver (durch den lokalen Benutzer) für die Verbindung an.

Teilnahme an einer Telefonkonferenz durch einen Benutzer im Kundennetzwerk (von Online-Benutzer geplante Konferenz)

Lokaler Benutzer auf Ihrem Netzwerk und Konferenzserver in der Office 365-Cloud.

ExpressRoute

ExpressRoute

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der an einer online gehosteten Konferenz teilnimmt

Serverressourcen für Telefonkonferenz werden durch den Besprechungsorganisator definiert. In diesem Fall wurde die Konferenz durch einen Online-Benutzer geplant. Die Ressourcen befinden sich also in der Office 365-Cloud.

PSTN-Anruf

Lokaler Benutzer in Ihrem Netzwerk und lokalen Skype for Business-Rechenzentrum.

Lokal

Lokal

PSTN-Anruf mit Skype for Business Cloud Connector Edition

Vergleichbares Szenario für die Verwendung von Cloud Connector Edition, außer dass der Benutzer lokal beheimatet ist, sodass die Signalisierung in Ihrem Netzwerk verbleibt.

Anrufflüsse für Skype for Business mit Cloud Connector

Benutzer, die sich mit Cloud Connector Edition verbinden, sind alle online beheimatet. Dies bedeutet, dass die Konferenzen online sind und dass die Signalisierung den gleichen Mustern folgt wie für Online-Benutzer. Für Szenarien außer PSTN-Anrufen ist der Anruffluss genau so, wie oben für Skype for Business Online beschrieben.

Nutzungsszenario

Endpunkte

Signalisierungspfad

Medienpfad

Beispielfluss

Notizen

PSTN-Anruf

Online-Benutzer in Ihrem Netzwerk, der Cloud Connector Edition nutzt.

lokal

lokal

PSTN-Anruf mit Skype for Business Cloud Connector Edition

PSTN-Anruf

Online-Benutzer im Internet, der Cloud Connector Edition nutzt.

Internet

Internet

Kombination von auf lokalem Edgeserver und in Office 365 gehosteten Konferenzen und PSTN-Anruf unter Verwendung von Skype for Business Cloud Connector Edition.

Internetbenutzer verbinden sich über den Edgeserver, der in Cloud Connector enthalten ist, und Cloud Connector verbindet sich mit dem Festnetz.

Teilen Facebook Facebook Twitter Twitter E-Mail E-Mail

War diese Information hilfreich?

Sehr gut. Noch anderes Feedback?

Was können wir verbessern?

Vielen Dank für Ihr Feedback!

×